





(UNROOTED)
Unrooted ist eine interaktive Installation, die sich mit den vielschichtigen Bedeutungen von Verwurzelung und Zugehörigkeit in einer von Mobilität, digitaler Vernetzung und fluiden Identitäten geprägten Gegenwart auseinandersetzt. Sie eröffnet einen sinnlichen Erfahrungsraum, in dem Besucher eingeladen sind, über Formen des Ankommens und Verankertseins nachzudenken – emotional, sozial und körperlich.
Ausgehend von der Spannung zwischen Verbundenheit und Entortung thematisiert die Arbeit das paradoxe Gefühl, zugleich überall und nirgendwo dazuzugehören. Im Zentrum steht die Frage: Wie können wir uns verwurzeln, wenn alles in Bewegung ist? Verwurzelung erscheint hier nicht als statischer Zustand, sondern als fortwährender, relationaler Prozess, der durch Begegnung, Präsenz und gemeinsame Erfahrung entsteht.
Ein partizipativer Prozess bildet den Kern der Installation: Individuelle Reflexionen zum Thema Zugehörigkeit werden in parametrische Strukturen übersetzt. Diese dienen als Grundlage für Formen, in denen Samen – Katzengras und Gerste – wachsen. Die sich entwickelnden Wurzeln folgen den vorgegebenen Pfaden und bilden organische Strukturen, die persönliche Narrative materialisieren.
Die einzelnen Arbeiten werden zu einer textilartigen Gesamtfläche zusammengefügt – einer „Wurzeldecke“ aus miteinander verwobenen Systemen. Als zentrales Element der Ausstellung verbindet sie individuelle Beiträge zu einem kollektiven Gefüge.
Über Nähe und Berührung aktivieren Besucher Projektionen des Wurzelwachstums. Wachstum wird so an Präsenz gebunden und als Ausdruck von Aufmerksamkeit und Fürsorge erfahrbar.
Durch die Verbindung von biologischen, digitalen und sozialen Prozessen entwirft Unrooted Zugehörigkeit als dynamisch, vielschichtig und im ständigen Werden begriffen
Konzept & Umsetzung: Johanna Schründer
Mentoring: Cecila Raspanti, Asli Aydin Aksan, Nuria Robels